Zwei Leben

Zwei Leben führen wir,
ein Leben im Stoff,
unser Körper als Vermittler,
handelnd in der Welt,
um Neues zu schaffen.

Das zweite Leben
führt unser Ich
in der Seele,
worin das Echo von früher
regiert im Jetzt.

Bringe Ordnung dort hinein,
reinige sie
nach den Maßstäben
des Geistes.

aus:
jaap van de Weg
geistes
gegenwart
das einmaleins
der inneren balance

Schlagwort: Oberfranken

Sotaiho – Körperbalance – Gymnastik

Sotaiho – Körperbalance – Gymnastik

Sotaiho – Seminar am  20./21.09.2014 in Lichtenfels

Was bedeutet ein Gleichgewichtszustand für den Körper?

Sotaiho Ulla und Kenji

taido-hannover

Wenn eine Sache aus dem Gleichgewicht geraten ist, so tritt eine Spannung auf. Auf den Körper übertragen bedeutet das: Es treten Muskelverspannungen, Schmerzen und Krankheiten auf. Das ist in der Regel immer verbunden mit „Fehlstellungen“ von Knochen im Körperskelett. Diese Fehlstellungen sind aber oft so gering, dass sie durch Röntgen nicht festgestellt werden können. Sie sind aber durch die Verspannungen und Schmerzen fühlbar und damit dann natürlich auch behandelbar. Wenn man also die Fehlstellungen der Knochen beseitigt, bzw. verringert, so bessern sich dadurch die Schmerzen und auch die damit eventuell verbundene Krankheit.

Sotaiho will durch eine spezielle, gezielte Bewegungsmethode Fehlstellungen der Knochen beseitigen, um dadurch einen Gleichgewichtszustand, einen „spannungsfreien“ Körper, zu erreichen.

Kenji Hayashi, Schule für Atmung und Bewegung, Hannover

Das Buch, das Sie beim Seminar ermäßigt erwerben können, will helfen, mittels der Abbildungen und Begleittexte körperliche Unausgewogenheiten zu lokalisieren und sie selbst zu korrigieren, indem sie entsprechend den natürlichen Gesetzmäßigkeiten Beschwerden oder Schmerzen beheben. So soll Sotai zur Gesundheit und zum Wohlbefinden der Übenden beitragen.

 Trotzdem sind die Sotai-Übungen kein Allheilmittel und nicht alle Krankheitssymptome und Beschwerden lassen sich damit beseitigen, doch sie helfen, den natürlichen Heilungsprozess zu beschleunigen. Naturgemäß zeigen die Übungen einen noch größeren Erfolg, wenn ein Partner bei der Ausführung der Bewegungen assistieren kann.

Für „Neue“ kann es hilfreich sein, sich mit einer bekannten Person anzumelden, da zum Sotai Partnerübungen gehören, bei denen Körperkontakt notwendig ist.

Interessante Infos über Sotaiho gibt es auch im Blog von:

Heilpraxis Heiko Schulz

Mehr Bewegungs- als Kampfkunst

Mehr Bewegungs- als Kampfkunst

Der Verein Aikido-Familientraining e.V. Lichtenfels verfolgt einen eigenen Ansatz von Selbstverteidigungssport

 Artikel aus: Obermain-Tagblatt vom 23.11.2013

Aikido Ulli und Bernhard
Ulrike Schneider und Bernhard Herschberger haben die Faszination in ein Familienkonzept eingebettet.

ROTH. Der Mann im weißen Hemd und schwarzen Hosenrock versucht Lea mit beiden Händen zu packen. Die 15-Jährige weicht mit einer schnellen Körperbewegung aus, setzt einen Kipphebel („Kote-gaeshi“) an und befördert ihr Gegenüber per Wurftechnik auf die Matte. Eine Szene, wie sie sich vermutlich täglich hundertfach in Kampfsportschulen abspielt, die aber gerade für den Lichtenfelser Aikido-Verein gar nicht so typisch ist, wie man meinen sollte.

Aikido Lea und Bernhard

„Bei uns geht es nicht um Kampf, sondern um die Steigerung von körperlicher und seelischer Gesundheit“, sagt Bernhard Herschberger, der schwarz-weiß gekleidete Angreifer. Schließlich stecke dieser Gedanke schon im Namen der vor gut 100 Jahren in Japan entwickelten Kampfkunst: der Weg (do) des Einklangs und der Harmonie (ai) mit der Lebensenergie (ki).

Herschberger und seine Lebenspartnerin Ulrike Schneider sind die Lehrer, Gründer und Vorstände des im Jahr 2000 ins Leben gerufenen Vereins „Aikido-Familientraining e. V. Lichtenfels“. Dass die Mitgliederzahl auf inzwischen ca. 60 angewachsen ist und ihre Arbeit im vergangenen Jahr mit dem Bankenpreis „Sterne des Sports“ in der Kategorie Familie auszeichnet wurde, verdanken sie einem cleveren Konzept. Ihnen gelingt es,  Selbstverteidigungssport und ganzheitlichen Ansatz mit der Besonderheit eines gemeinsamen Trainings für alle Altersgruppe unter einen Hut zu bringen.

Clever deshalb, weil der Kampf-Aspekt vor allem für die jüngsten unter den Teilnehmern auf den ersten Blick die Attraktion zu sein scheint, die sie zu mit dem Sport in Berührung bringt. „Am schönsten finde ich es, wenn ich meinen Papa umwerfen kann“, berichtet Nathalie, mit ihren fünf Jahren das „Küken“ des Vereins, mit stolzer Miene. „Das schaffe ich ganz allein“, antwortet sie auf die Frage, ob ihr Vater dabei nicht ein bisschen mithilft. Wobei das Schmunzeln ihrer älteren Schwestern Nadine (8) und Nina (11), die ebenfalls begeisterte Aikido-Sportler sind, die Wahrheit verrät.

Aikido Nathalie und Papa
Den Papa umwerfen – Nathalie ist mit ihren fünf Jahren das jüngste aktive Mitglied des Vereins, das älteste ist 60.

Für die Geschwister mit dem identischen Anfangsbuchstaben gilt das Gleiche wie für alle Kinder der Gruppe. Ihnen ist vermutlich nicht bewusst, dass der Kampfsport beim Lichtenfelser Aikido eher als Etikett zu betrachten ist. Dass die Übungen auf die Verbesserung von Fitness und Motorik abzielen, dass sie physische wie psychische Balance stärken und so die Ausgeglichenheit im Alltag fördern sollen.

Dabei wird die Idee von Herschberger und Schneider schon anhand des Ablaufs der Einheiten deutlich. Die Hälfte der angesetzten eineinhalb Stunden ist bereits verstrichen, bevor in der Halle der Firma Lepegro im Stadtteil Roth – seit 2010 Trainingsort – mit Blocks, Würfen und Hebeln begonnen wird. Davor stehen Atem- und Konzentrationsübungen, Gymnastik sowie spielerische Elemente wie Ballwerfen und -rollen, Schubkarren- und Skorpionlauf auf dem Programm.

Aikido Ballspiele
Nicht nur Würfe und Hebel – zum ganzheitlichen Charakter gehören auch gemeinsame Koordinationsübungen.

Ein gutes Beispiel dafür, wie der Verein Erwartungshaltungen positiv enttäuscht, ist der elfjährige Christian, der regelmäßig mit seinem Vater und Bruder Denis (8) trainiert. Erhofft hatte er sich eigentlich ein paar Tricks, um sich auf dem Schulhof behaupten zu können. „Das Training ist aber ganz anders als ich gedacht habe, gar nicht wie so eine Art Karate“, findet er.

Dabei bleiben will er aber auf jeden Fall, genauso wie die drei befragten Mädels („Weil es Riesenspaß macht und abwechslungsreich ist“) und die eingangs erwähnte Lea.  Nach sieben Jahren Aikido hat sie einen differenzierteren Blick, schätzt neben der Bewegung das gewonnene Selbstvertrauen: „Gerade als Frau ist es hilfreich, sich im Notfall verteidigen zu können.“

Während das Training bei manchen Kindern und Jugendlichen außerdem bereits zur Verbesserung der schulischen Leistungen führte, wie Bernhard Herschberger verrät, ist es für die Erwachsenen auf andere Weise interessant. Zum einen sprechen die tänzerischen, fließenden Elemente (Herschberger: „Was wir machen, ist mehr Bewegungs- als Kampfkunst“) nicht nur Sportskanonen an. Im Gegenteil, Menschen mit Rückenproblemen und Bewegungsstörungen sind im „Taidokan“ (Schule für klassische japanische Kampfkunst) in Roth am Dienstag- und Freitagabend besonders willkommen. Sie profitieren nicht nur vom leichten Zugang, sondern auch von der zwanglosen Atmosphäre, die zwar die Möglichkeit des Erwerb von Gürteln bietet, aber nicht auf Wettkämpfe ausgerichtet ist.

Der große Trumpf des Familientrainings ist aber, dass alle Alters- zugleich Zielgruppen sind, Fünfjährige gemeinsam mit 60-Jährigen auf der Matte stehen können. „Wo gibt es sonst noch die Möglichkeit, dass Eltern gemeinsam mit ihren Kindern Sport treiben können?“, fragt Ulrike Schneider. Dass sie als Religionspädagogin und ihr Lebenspartner als Berufsschullehrer ihre „Brötchen verdienen“, erklärt ihre pädagogische Herangehensweise

Beide betonten, dass sie nicht die Aikido-Pioniere des Landkreises sind. Kennen gelernt haben sie sich Anfang der 1990-er Jahre beim Training in der Schule von Herbert Wagner in Pferdsfeld. Als Wagner den Nachwuchsbereich aufgeben musste, ersetzten sie das Kindertraining durch ein vollkommen neues und einzigartiges Konzept: das Familientraining. Später gründeten sie einen eigenen Verein.

Körperbeherrschung und Konzentration, Miteinander und Meditation in der Bewegung, also besagte „körperliche und seelische Gesundheit“: Bernhard Herschberger ist glücklich, all das weiterzugeben zu können, was ihn bei seiner ersten Begegnung mit dem Sport während seines Studiums in München vor über 30 Jahren auf Anhieb faszinierte. Die Begeisterung ist in dieser Zeit nicht verblasst und erreicht heute immer noch Menschen verschiedener Generationen und Berufe.

X