Zwei Leben

Zwei Leben führen wir,
ein Leben im Stoff,
unser Körper als Vermittler,
handelnd in der Welt,
um Neues zu schaffen.

Das zweite Leben
führt unser Ich
in der Seele,
worin das Echo von früher
regiert im Jetzt.

Bringe Ordnung dort hinein,
reinige sie
nach den Maßstäben
des Geistes.

aus:
jaap van de Weg
geistes
gegenwart
das einmaleins
der inneren balance

Schlagwort: Familienkonzept

Birnen-Mohn-Torte

Birnen-Mohn-Torte

Jedes Jahr im Sommer und im Winter führen wir einen Lehrgang mit Gürtelprüfung und anschließender Familien-Feier durch. Alle Teilnehmer bringen Kuchen, Plätzchen oder andere Gerichte mit. Im Blog werde ich immer wieder mal ein Rezept aus diesen Gerichten veröffentlichen.

Hier das erste Rezept, es stammt von Helena

Teig:

4 Eier
1 Tasse Zucker
1 Tasse Mehl
3/4 Tasse fein gemahlenes Mohn
1 Päckchen Vanillinzucker
1/2 P Backpulver

Füllung:

1 Päckchen Vanille-Puddingpulver
1 Dose Birnen
1/2 l ( 500g ) Schlagsahne
2 EL Puderzucker

Garnitur:

50 g Kokosflocken
16 Birnenscheiben
16 kandierte Kirschen

Backzeit: 170°C, 20-25 Minuten

Zubereitung:

Der Boden kann schon 1 bis 2 Tage vorher zubereitet werden.

Den Boden einmal teilen. Auf den unteren Teil den gekochten Vanillepudding warm darauf geben.

1 Dose Birnen gut abtropfen lassen, darauf verteilen und abkühlen lassen.

1/2 l Schlagsahne mit Sahne steif und 2 EL Puderzucker steif schlagen.

Ein wenig geschlagene Sahne auf die Birnen geben, bevor der zweite Boden wieder aufgelegt wird. Die restliche Sahne auf und um die ganze Torte herum streichen. Kokosflocken rösten, gut abkühlen lassen und damit die Torte bestreuen. Nach Wunsch mit Birnenscheiben und Kirchen garnieren.

Elegante Bewegung, klare Technik

Elegante Bewegung, klare Technik

Sommerlehrgang mit Gürtelprüfungen im Aikido-Familientraining e.V. 

 Artikel aus: Obermain-Tagblatt vom 23.07.2014

Hoch konzentriert: "Heute bekomme ich einen farbigen Gürtel", sagt Natalie Eck (rechts). Sie bestach, genauso wie ihre Partnerin Lara Fuß, durch ihren kindlichen Ernst, gemischt mit Freude und dem Wissen, dass sie ihr Programm souverän beherrscht.
Hoch konzentriert: „Heute bekomme ich einen farbigen Gürtel“, sagt Natalie Eck (rechts). Sie bestach, genauso wie ihre Partnerin Lara Fuß, durch ihren kindlichen Ernst, gemischt mit Freude und dem Wissen, dass sie ihr Programm souverän beherrscht.

Glücklicherweise geht es im Aikido nicht darum, Rangfolgen festzulegen oder Siegerpositionen zu erreichen. Bei dieser Prüfung wäre diese Aufgabe schier nicht lösbar gewesen. Wir freuen uns darüber, dass im Aikido jeder gewinnt: seinen eigenen Lernfortschritt, seine persönliche Entwicklung, seine individuelle Freude und Kompetenz – Erwachsene genauso wie Kinder.

Natalie Eck, unser jüngstes Mitglied und kleinste Prüfungsteilnehmerin betrat den Übungsraum mit der ihr eigenen fröhlichen Sicherheit: „Heute bekomme ich einen farbigen Gürtel!“ Sie bestach, genauso wie ihre Partnerin Lara Fuß, durch ihren kindlichen Ernst, gemischt mit viel Freude und dem Wissen, dass sie ihr Programm souverän beherrschen. Es war einfach schön, den beiden zuzusehen.

Genauso gekonnt, gelassen, souverän und exakt absolvierten Natalies Schwestern Nina und Nadine und auch Jule Stadelmann ihre Techniken. Bei allen dreien konnten die Zuschauer gut die Steigerung an Tempo und fließenden Bewegungen beobachten, die ausdauerndes Training mit sich bringt. Auch ihnen war die Freude anzusehen, mit denen sie ihre Aufgaben ausführten. Ninas Angreifer (Uke) war ihr Vater, was ihr aber keinerlei Schwierigkeiten bereitete. Sie überzeugte mit exaktem Timing, sauberen Techniken und: ihrem Lächeln.

Bei Christian und Denis Frank konnte ebenfalls eine deutliche Steigerung seit ihrer letzten Prüfung wahrgenommen werden. Sie führten ihre Aufgaben wesentlich schwungvoller und dynamischer aus, was aber ihre Genauigkeit und Sorgfalt nicht einschränkte.

Dass Aikido auch „sehr männlich“ ausgeführt werden kann, zeigten Stefan Luthardt und Christian Eck. Sie trieben sich gegenseitig den Schweiß aus allen Poren und sorgten mit Tempo und sichtbarem Krafteinsatz für einen gewissen Showeffekt. Aber auch ihnen beiden war neben der Anstrengung die Freude anzusehen.

Für Andreas Frank stellten sich Alexander Neuhöfer (2. DAN) und Bernd Flieger (1. DAN) als Angreifer zur Verfügung. Andreas begeisterte durch elegante, fließende Bewegungen und klare Technikführung. Er arbeitete bei ähnlichem Tempo mit weit weniger Krafteinsatz, so dass er seine Prüfungsaufgaben nahezu mühelos absolvierte. Die Zuschauer staunten.

In diesem Jahr lag die Besonderheit darin, dass bei jedem Paar ein deutlicher persönlicher Gewinn offensichtlich wurde, genauso wie ein persönlich geprägter Bewegungsstil. Im Anschluss an die Prüfungen wurden die Erfolge bei Kaffee und überaus schmackhaftem Kuchen und herzhaften Leckereien gefeiert.

Das Sommerfest war wieder einmal ein voller Erfolg, so dass alle Teilnehmer in die Sommerpause gehen können. Diese wird in diesem Jahr auch nicht so lang sein, weil im August einmal pro Woche Training stattfinden kann.

Glückliche Gesichter: Von links (vordereReihe): Nadine Eck, Jule Stadelmann, Natalie Eck, Lara Fuß, Denis Frank; (hintere Reihe): Christian Eck, Nina Eck, Andreas Frank mit Kevin, Christian Frank, Stefan Luthardt.
Glückliche Gesichter: Von links (vordereReihe): Nadine Eck, Jule Stadelmann, Natalie Eck, Lara Fuß, Denis Frank; (hintere Reihe): Christian Eck, Nina Eck, Andreas Frank mit Kevin, Christian Frank, Stefan Luthardt.

Für Informationen zum Aikido-Familientraining stehen Bernhard Herschberger und Ulrike Schneider, Tel (09575) 1071, zur Verfügung.

 

Mehr Bewegungs- als Kampfkunst

Mehr Bewegungs- als Kampfkunst

Der Verein Aikido-Familientraining e.V. Lichtenfels verfolgt einen eigenen Ansatz von Selbstverteidigungssport

 Artikel aus: Obermain-Tagblatt vom 23.11.2013

Aikido Ulli und Bernhard
Ulrike Schneider und Bernhard Herschberger haben die Faszination in ein Familienkonzept eingebettet.

ROTH. Der Mann im weißen Hemd und schwarzen Hosenrock versucht Lea mit beiden Händen zu packen. Die 15-Jährige weicht mit einer schnellen Körperbewegung aus, setzt einen Kipphebel („Kote-gaeshi“) an und befördert ihr Gegenüber per Wurftechnik auf die Matte. Eine Szene, wie sie sich vermutlich täglich hundertfach in Kampfsportschulen abspielt, die aber gerade für den Lichtenfelser Aikido-Verein gar nicht so typisch ist, wie man meinen sollte.

Aikido Lea und Bernhard

„Bei uns geht es nicht um Kampf, sondern um die Steigerung von körperlicher und seelischer Gesundheit“, sagt Bernhard Herschberger, der schwarz-weiß gekleidete Angreifer. Schließlich stecke dieser Gedanke schon im Namen der vor gut 100 Jahren in Japan entwickelten Kampfkunst: der Weg (do) des Einklangs und der Harmonie (ai) mit der Lebensenergie (ki).

Herschberger und seine Lebenspartnerin Ulrike Schneider sind die Lehrer, Gründer und Vorstände des im Jahr 2000 ins Leben gerufenen Vereins „Aikido-Familientraining e. V. Lichtenfels“. Dass die Mitgliederzahl auf inzwischen ca. 60 angewachsen ist und ihre Arbeit im vergangenen Jahr mit dem Bankenpreis „Sterne des Sports“ in der Kategorie Familie auszeichnet wurde, verdanken sie einem cleveren Konzept. Ihnen gelingt es,  Selbstverteidigungssport und ganzheitlichen Ansatz mit der Besonderheit eines gemeinsamen Trainings für alle Altersgruppe unter einen Hut zu bringen.

Clever deshalb, weil der Kampf-Aspekt vor allem für die jüngsten unter den Teilnehmern auf den ersten Blick die Attraktion zu sein scheint, die sie zu mit dem Sport in Berührung bringt. „Am schönsten finde ich es, wenn ich meinen Papa umwerfen kann“, berichtet Nathalie, mit ihren fünf Jahren das „Küken“ des Vereins, mit stolzer Miene. „Das schaffe ich ganz allein“, antwortet sie auf die Frage, ob ihr Vater dabei nicht ein bisschen mithilft. Wobei das Schmunzeln ihrer älteren Schwestern Nadine (8) und Nina (11), die ebenfalls begeisterte Aikido-Sportler sind, die Wahrheit verrät.

Aikido Nathalie und Papa
Den Papa umwerfen – Nathalie ist mit ihren fünf Jahren das jüngste aktive Mitglied des Vereins, das älteste ist 60.

Für die Geschwister mit dem identischen Anfangsbuchstaben gilt das Gleiche wie für alle Kinder der Gruppe. Ihnen ist vermutlich nicht bewusst, dass der Kampfsport beim Lichtenfelser Aikido eher als Etikett zu betrachten ist. Dass die Übungen auf die Verbesserung von Fitness und Motorik abzielen, dass sie physische wie psychische Balance stärken und so die Ausgeglichenheit im Alltag fördern sollen.

Dabei wird die Idee von Herschberger und Schneider schon anhand des Ablaufs der Einheiten deutlich. Die Hälfte der angesetzten eineinhalb Stunden ist bereits verstrichen, bevor in der Halle der Firma Lepegro im Stadtteil Roth – seit 2010 Trainingsort – mit Blocks, Würfen und Hebeln begonnen wird. Davor stehen Atem- und Konzentrationsübungen, Gymnastik sowie spielerische Elemente wie Ballwerfen und -rollen, Schubkarren- und Skorpionlauf auf dem Programm.

Aikido Ballspiele
Nicht nur Würfe und Hebel – zum ganzheitlichen Charakter gehören auch gemeinsame Koordinationsübungen.

Ein gutes Beispiel dafür, wie der Verein Erwartungshaltungen positiv enttäuscht, ist der elfjährige Christian, der regelmäßig mit seinem Vater und Bruder Denis (8) trainiert. Erhofft hatte er sich eigentlich ein paar Tricks, um sich auf dem Schulhof behaupten zu können. „Das Training ist aber ganz anders als ich gedacht habe, gar nicht wie so eine Art Karate“, findet er.

Dabei bleiben will er aber auf jeden Fall, genauso wie die drei befragten Mädels („Weil es Riesenspaß macht und abwechslungsreich ist“) und die eingangs erwähnte Lea.  Nach sieben Jahren Aikido hat sie einen differenzierteren Blick, schätzt neben der Bewegung das gewonnene Selbstvertrauen: „Gerade als Frau ist es hilfreich, sich im Notfall verteidigen zu können.“

Während das Training bei manchen Kindern und Jugendlichen außerdem bereits zur Verbesserung der schulischen Leistungen führte, wie Bernhard Herschberger verrät, ist es für die Erwachsenen auf andere Weise interessant. Zum einen sprechen die tänzerischen, fließenden Elemente (Herschberger: „Was wir machen, ist mehr Bewegungs- als Kampfkunst“) nicht nur Sportskanonen an. Im Gegenteil, Menschen mit Rückenproblemen und Bewegungsstörungen sind im „Taidokan“ (Schule für klassische japanische Kampfkunst) in Roth am Dienstag- und Freitagabend besonders willkommen. Sie profitieren nicht nur vom leichten Zugang, sondern auch von der zwanglosen Atmosphäre, die zwar die Möglichkeit des Erwerb von Gürteln bietet, aber nicht auf Wettkämpfe ausgerichtet ist.

Der große Trumpf des Familientrainings ist aber, dass alle Alters- zugleich Zielgruppen sind, Fünfjährige gemeinsam mit 60-Jährigen auf der Matte stehen können. „Wo gibt es sonst noch die Möglichkeit, dass Eltern gemeinsam mit ihren Kindern Sport treiben können?“, fragt Ulrike Schneider. Dass sie als Religionspädagogin und ihr Lebenspartner als Berufsschullehrer ihre „Brötchen verdienen“, erklärt ihre pädagogische Herangehensweise

Beide betonten, dass sie nicht die Aikido-Pioniere des Landkreises sind. Kennen gelernt haben sie sich Anfang der 1990-er Jahre beim Training in der Schule von Herbert Wagner in Pferdsfeld. Als Wagner den Nachwuchsbereich aufgeben musste, ersetzten sie das Kindertraining durch ein vollkommen neues und einzigartiges Konzept: das Familientraining. Später gründeten sie einen eigenen Verein.

Körperbeherrschung und Konzentration, Miteinander und Meditation in der Bewegung, also besagte „körperliche und seelische Gesundheit“: Bernhard Herschberger ist glücklich, all das weiterzugeben zu können, was ihn bei seiner ersten Begegnung mit dem Sport während seines Studiums in München vor über 30 Jahren auf Anhieb faszinierte. Die Begeisterung ist in dieser Zeit nicht verblasst und erreicht heute immer noch Menschen verschiedener Generationen und Berufe.

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