Baubiologie, Radon
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Radon – (k)eine Frage der Konzentration – 02

Warum beschäftigt man sich mit dem Thema  Radon?

Eintrittswege des Radon

Eintrittswege des Radon

Radon ist in Deutschland Risikofaktor Nr. 2 als Ursache für Lungenkrebs – nach dem Rauchen als Risikofaktor Nr. 1.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) teilt zum Thema Gesundheitsrisiko mit:

Die gesundheitliche Gefährdung geht weniger vom Radon selbst aus, sondern von seinen kurzlebigen radioaktiven Zerfallsprodukten. Aufgrund seiner Edelgaseigenschaften und der Halbwertszeit von fast 4 Tagen wird Radon zum größten Teil wieder ausgeatmet. Die Atemluft enthält aber auch immer die Zerfallsprodukte des Radons (radioaktive Isotope der Elemente Polonium, Wismut und Blei), die überwiegend an die in der Luft befindlichen Aerosole oder Staubteilchen angelagert sind. Diese werden im Atemtrakt abgelagert und zerfallen dort vollständig. Die dabei entstehende energiereiche Alphastrahlung trifft die strahlenempfindlichen Zellen des Bronchialepithels. Aufgrund der hohen biologischen Wirksamkeit dieser Alphastrahlung kann es zu einer Schädigung der Zellen führen und damit die Entstehung einer Lungenkrebserkrankung begünstigen.

Durch Synergieeffekte steigert sich die Schadwirkungen aus dem Rauchen und aus Radon auf sehr unangenehme Weise. Das BfS stellt das mit Worten dar:

In der Gruppe der Raucher erhöht sich das Risiko, bis zum 75. Lebensjahr an Lungenkrebs zu sterben von 101 auf 216 pro 1.000 Personen bei 800 Bq/m3 im Vergleich zu 0 Bq/m3, in der Gruppe der lebenslangen Nichtraucher hingegen nur von vier auf neun pro 1.000 Personen.

In anderen Worten:

Ein Raucher hat ein cirka 25fach höheres Lungenkrebsrisiko als ein lebenslanger Nichtraucher

Grafisch könnte das etwa so dargestellt werden:

Sterbefälle je 1000 Personen an Lungenkrebs - bis zum 75. Lebensjahr

Sterbefälle je 1000 Personen an Lungenkrebs – bis zum 75. Lebensjahr

Das sieht schon etwas eindrücklicher aus.

In Deutschland verteilt sich die Häufigkeit der Radonkonzentration in Gebäuden wie folgt:

Häufigkeitsverteilung der Radon-Konzentration in Gebäuden

Häufigkeitsverteilung der Radon-Konzentration in Gebäuden

Für die Mehrzahl der Deutschen Nichtraucher ist Radon nicht das ganz große Gesundheitsproblem, wohl aber für Raucher und für die, die einer höheren Radonbelastung in ihrer häuslichen Umgebung ausgesetzt sind.

Das BfS hat ein sehr informatives Video als Einführung zum Thema Radon erstellt. Wenn Sie auf das Bild unten klicken, öffnet sich automatisch das Video auf der Seite des BfS.

Radon Video BfS

Im nächsten Beitrag möchte ich darstellen, warum das Problem der Radonbelastung eher zu- als abnimmt.

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