Aikido für Familien
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„Jede Technik tut einem gut“

18. Winterlehrgang mit DAN- und Gürtelprüfungen im Aikido-Familientraining Lichtenfels

Artikel aus: Obermain-Tagblatt vom 23.12.2014

Erwarben den Grad des 1. DAN: Silke Dorsch-Harms (li.) und Sylvia Schiepek-Brand - Foto: Daniel Herschberger

Erwarben den Grad des 1. DAN: Silke Dorsch-Harms (li.) und Sylvia Schiepek-Brand – Foto: Daniel Herschberger

Aikido

Alle Jahre wieder ist am 6. Dezember Nikolaustag und am 2. Adventsonntag Winterprüfung und Nikolausfeier im Verein Aikido-Familientraining Lichtenfels. Der Nikolaus, hätte er Zeit gehabt, hätte dieses Jahr wohl große Augen gemacht. Zum einen waren alle Prüfungsteilnehmer weiblich, zum anderen gab es gleich zwei Prüfungen zum ersten DAN. Die „Mädels“ punkteten sowohl mit Können und Freude an der Bewegung, als auch mit Charme. Die Aufregung, die nun einmal zu jeder Prüfung dazugehört, war bald verflogen.

 

Wie immer eröffneten die Kleinen den Prüfungsparkur und begeisterten ihre Eltern und alle Zuschauer. Lara Fuß (5. Kyu) hatte ihre Techniken ordentlich geübt und führte sie souverän vor. Natalie Eck stellte sich ihr als Angreiferin zur Verfügung.

Die Freundinnen Nadine Eck und Jule Stadelmann führten ihre Prüfungsaufgaben mit sichtbarer Freude und flottem Tempo vor. Die Aufforderung von Trainer Bernhard Herschberger, den Bewegungsradius von Techniken auszuschöpfen (z.B. Ikkyu ura waza) setzten sie auf ihre eigene spritzige Art und Weise um und verliehen so ihrer Prüfung zum 4. Kyu bereits eine ganz persönliche Note.

Bei Nina Eck, die zum 3. Kyu (I) geprüft wurde, konnten die Zuschauer eine weitere Steigerung erleben: Nina führte ihre Techniken präzise und gekonnt aus. So war bereits bei den Kindern zu erkennen, wie durch regelmäßiges fortschreitendes Training nicht nur Anzahl und Schwierigkeitsgrad der Techniken zunehmen, sondern sich auch Genauigkeit, Schnelligkeit und Geschmeidigkeit in den Bewegungen verbessern. Beeindruckend fanden einige Zuschauer, dass die Kinder ihr Prüfungsprogramm mit ansteckender Freude vorführten.

 

Oft ist es ja so, dass Kinder mit ihren Darbietungen ganz schnell die Herzen der Zuschauer und der Prüfungskommission im Sturm erobern. Ihren Leistungen nach war es auch diesmal so. Und doch war das Highlight dieses Tages die Prüfung zum ersten DAN von Silke Dorsch-Harms und Sylvia Schiepek-Brand. Als Angreifer standen ihnen Vater und Sohn Alois und Alexander Neuhöfer (beide 2. DAN), sowie Bernd Flieger (1. DAN) zur Verfügung. Die Aufregung, die man den beiden Frauen zu Beginn noch deutlich abspüren konnte, verflog mit den ersten Techniken schnell. Schwungvoll, elegant und temporeich zeigten sie Technik um Technik. Die Prüfungskommission hatte im Vorfeld die Prüfungsordnung dahingehend abgeändert, dass die Waffentechniken (z.B. Stock-Kata,  Schwert- und Stock-Awase, Abwehr eines Angreifers mit Stock) für die Angreifer (Uke) Pausen bildeten, in denen sie durchschnaufen konnten. „Das war auch gut so“, waren sich die 3 Uke´s einig. „Wenn man nur geworfen wird und die Techniken so flott kommen, erfordert das ganz schön Kondition“ fasste Alexander Neuhöfer zusammen. Für die Prüflinge bedeutete  diese Änderung eine Herausforderung an Flexibilität und Konzentration, die sie jedoch souverän meisterten. In einer DAN-Prüfung müssen mehr als 50 verschiedene Techniken vorgeführt werden. Diese müssen die Prüflinge soweit präsent haben, dass sie sie auf Ansage zeigen können. Dabei müssen sie sich auf Tempo und Energie der Angreifer einstellen und den zur Verfügung stehenden Raum richtig einschätzen.

 

Stolz auf ihre Leistungen:  Sie absolvierten den 18. Winterlehrgang mit DAN- und Gürtelprüfungen im Aikido-Familientraining: (vo. v. li.): Jule Stadelmann, Natalie Eck, Ulrike Schwerda-Herschberger, Lara Fuß, Nadine Eck, Nina Eck sowie (mittlere Reihe v. li.) Sylvia Schiepek-Brand, Bernhard Herschberger, Silke Dorsch-Harms und (hi. v. li.) Bernd Flieger, Alois Neuhöfer, Alexander Neuhöfer - Foto: Daniel Herschberger

Stolz auf ihre Leistungen: Sie absolvierten den 18. Winterlehrgang mit DAN- und Gürtelprüfungen im Aikido-Familientraining: (vo. v. li.): Jule Stadelmann, Natalie Eck, Ulrike Schwerda-Herschberger, Lara Fuß, Nadine Eck, Nina Eck sowie (mittlere Reihe v. li.) Sylvia Schiepek-Brand, Bernhard Herschberger, Silke Dorsch-Harms und (hi. v. li.) Bernd Flieger, Alois Neuhöfer, Alexander Neuhöfer – Foto: Daniel Herschberger

Sowohl Frau Silke Dorsch-Harms, als auch Frau Sylvia Schiepek-Brand haben 2002 angefangen Aikido zu trainieren, jedoch in unterschiedlichen Gruppen (Krabbeltraining mit Kindergartenkindern/Erwachsenentraining). Für beide stellt das Erreichen des 1. DAN kein „Endziel“ dar, sondern eine sehr wichtige Etappe in ihrer sportlichen Entwicklung. Frau Dorsch-Harms erinnert sich, dass es ihr am Anfang eigentlich nur darum ging gemeinsam mit ihrem Sohn Sebastian Sport zu treiben. Dabei hat sie immer mehr Spaß daran gefunden und ist auch dann dabei geblieben, als ihr Sohn etwas anderes ausprobieren wollte. Auf meine Frage, was ihr in den vielen Jahren in denen sie Aikido trainiert, wichtig geworden ist, antwortet sie: „Am meisten begeistert mich, dass man sich die Kraft, den Schwung eines „Angreifers“ zunutze machen kann und dass dabei etwas Neues entsteht und keiner zu Schaden kommen muss.“ Sie erzählt weiter: „Für mich war es leicht dabei zu bleiben, weil hier lauter nette Menschen üben und es keinen Konkurrenzdruck gibt. Außerdem mag ich die familiäre Atmosphäre hier. – Trotzdem war es für mich immer eine Herausforderung, Techniken die ich verstanden hatte, weiter zu verbessern. Und das gab dann immer wieder neue „Aha-Effekte“. Das war erstaunlich und hat einfach Spaß gemacht.“ Frau Dorsch-Harms freut sich darüber hinaus, dass sie im Aikido einen Sport gefunden hat, den sie noch lange ausüben kann, weil die weichen, fließenden und runden Bewegungen körperfreundlich sind.

Dem stimmt Frau Sylvia Schiepek-Brand aus vollem Herzen zu: „Aikido hat ja auch mich jetzt schon 12 Jahre begleitet. Das war für mich nur möglich, weil man jede Technik immer so variieren kann, dass sie einem gut tut – egal wie es einem gerade geht.“ Sie hatte in einem Volkshochschulkurs angefangen, Aikido zu trainieren, weil sie Möglichkeiten suchte, ihre physische Konstitution zu stärken. „Schließlich muss ich ja am nächsten Tag wieder arbeitsfähig sein, also kann ich nur einen Sport ausüben, der körperfreundlich ist und mich stärkt.“ Eine Zeit lang hat sie zusammen mit ihrem Sohn Leonard trainiert. „Das war sehr schön, gemeinsam mit dem Sohn Sport zu machen“, erinnert sie sich. Die Frage, warum sie dann alleine weiter gemacht hat, beantwortet sie ähnlich wie Frau Dorsch-Harms: „Das Aikido-Training hat mir immer sehr gut getan. Ganz oft ist es mir nach dem Training besser gegangen, als davor. – Ja und dann hat mir die Art von Bernhard immer wieder einfach gut gefallen, wie er es einem erklärt, dass im Aikido die Verbindung von Kopf und Körper, Geist und Seele gestärkt und harmonisiert wird. Das kann man nicht theoretisch lernen, sondern muss es erfahren und üben.“ – Für die Zukunft ist ihr das Dranbleiben wichtig: „Aikido braucht Zeit. Das lernt man nicht schnell. Und, naja, man muss halt den inneren Schweinehund mehr als einmal überwinden. Dann bleiben auch Erfolgserlebnisse nicht aus“, verrät sie ihr Rezept. „Für mich ist das inzwischen nicht mehr schwer. Ich freu mich auf die anderen Teilnehmer, die ja Gleichgesinnte sind und die Techniken ebenfalls so ausüben, dass sie einem gut tun. So wie wir hier Aikido trainieren, ist das alterslos und das gefällt mir sehr gut.“

Die Prüfungen:

Gelb-Gurt 5. Kyu: Lara Fuß

Orange-Gurt 4. Kyu: Nadine Eck, Jule Stadelmann

Orange-Grün-Gurt 3. Kyu (I): Nina Eck

Schwarzgurt 1. DAN: Silke Dorsch-Harms, Sylvia Schiepek-Brand

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