Zwei Leben

Zwei Leben führen wir,
ein Leben im Stoff,
unser Körper als Vermittler,
handelnd in der Welt,
um Neues zu schaffen.

Das zweite Leben
führt unser Ich
in der Seele,
worin das Echo von früher
regiert im Jetzt.

Bringe Ordnung dort hinein,
reinige sie
nach den Maßstäben
des Geistes.

aus:
jaap van de Weg
geistes
gegenwart
das einmaleins
der inneren balance

Autor: bherschber

Radon – (k)eine Frage der Konzentration – 03

Radon – (k)eine Frage der Konzentration – 03

Aus dem Video des BfS, am Ende des Beitrags

Radon – (k)eine Frage der Konzentration – 02

geht klar hervor, dass sich Radon in Räumen ansammelt, wenn

  • der Zutritt über Risse, Öffnungen etc. möglich ist,
  • ein ablüften im Wohnraum nur schlecht möglich ist, weil die Fenster zu dicht sind, oder weil zu wenig gelüftet wird

Seit vielen Jahren spielt Energieeinsparung im Gebäude eine große Rolle. Die EnEV regelt, welchen Dämmstandard und welchen Standard unsere Heizanlagen haben müssen. Eine Bewertung des energetischen Zustandes erfolgt mit dem Energieausweis.

Energieausweis - Formular
Energieausweis – Formular

Für Neubauten ist das alles in Ordnung.

Für eine Altbausanierung nicht.

Planer legen oftmals einen sehr starken Wert auf die Luft-Dichtigkeit der Gebäudehülle, ohne die Auswirkungen auf den Radongehalt der Innenluft zu kennen. So kann durchaus ein größeres Problem entstehen, wenn die Fassade, das Dach, die Fenster energetisch saniert werden, aber die Radondurchlässigkeit der Kellerwände und des Kellerbodens nicht beachtet, bzw überprüft werden.

Radonkonzentration nach Einbau neuer Fenster
Radonkonzentration nach Einbau neuer Fenster

An diesem Beispiel ist gut ersichtlich, dass sich zumindest im Wohnzimmer und im Kinderzimmer die Radonkonzentration sehr stark verschlechtert haben. Konnte bei den alten Fenstern Radon noch gut über die Fugen und Anschlüsse abgelüftet werden, geht dies bei den neuen dichten Fenstern nun nicht mehr.

Vor der energetischen Sanierung eines Altbaus sollte immer eine Untersuchung der Radonkonzentration im Bestand und eine Untersuchung der Dichtigkeit der bodenberührenden Bauteile stattfinden.

Doch darüber im nächsten Beitrag.

Der Schwerdahof

Der Schwerdahof

 „Sie sind viel zu spät dran…“, so begrüßte mich die zuständige Dame für den Ort Hlinay, als ich meine Anfrage nach dem Schwerdahof per Email an sie stellte.

Doch zurück zum „Anfang“:

Meine Frau ist eine geborene Schwerda. Irgendwann vor Jahren erfuhren wir beiläufig aus der Verwandtschaft, dass es in Böhmen einen Schwerdahof gibt, aus dem die böhmischen Schwerda abstammen. Eigentlich hat sich ja niemand dafür interessiert, so verschwand dieses Wissen wieder in der Versenkung.

Nach dem Tod meiner Schwiegermutter waren alle „Beziehungen“ zum Böhmischen erst mal ebenfalls gestorben. Über den Nachlass tauchten dann doch immer wieder Fragen zur Familiengeschichte auf. Eine Frage, die sehr bald drängender wurde war eben die Frage nach dem Schwerdahof.

In welcher Gegend ist er?

Gibt es ihn noch?

Wie sieht er aus?

Kann man dorthin?

Aus der Verwandtschaft waren leider keinerlei Informationen zu erhalten. Auch die entsprechenden Heimatvereine etc. kannten keinen Schwerdahof.

Um es vorwegzunehmen: Wir erfuhren, wo der Schwerdahof ist, fuhren dort hin und lernten auch den derzeitigen Eigentümer kennen, der uns auch gestattete das Haus anzusehen und zu fotografieren.

Bei Interesse an weiteren Infos zum Schwerdahof bitte ich um Nachricht.

Birnen-Mohn-Torte

Birnen-Mohn-Torte

Jedes Jahr im Sommer und im Winter führen wir einen Lehrgang mit Gürtelprüfung und anschließender Familien-Feier durch. Alle Teilnehmer bringen Kuchen, Plätzchen oder andere Gerichte mit. Im Blog werde ich immer wieder mal ein Rezept aus diesen Gerichten veröffentlichen.

Hier das erste Rezept, es stammt von Helena

Teig:

4 Eier
1 Tasse Zucker
1 Tasse Mehl
3/4 Tasse fein gemahlenes Mohn
1 Päckchen Vanillinzucker
1/2 P Backpulver

Füllung:

1 Päckchen Vanille-Puddingpulver
1 Dose Birnen
1/2 l ( 500g ) Schlagsahne
2 EL Puderzucker

Garnitur:

50 g Kokosflocken
16 Birnenscheiben
16 kandierte Kirschen

Backzeit: 170°C, 20-25 Minuten

Zubereitung:

Der Boden kann schon 1 bis 2 Tage vorher zubereitet werden.

Den Boden einmal teilen. Auf den unteren Teil den gekochten Vanillepudding warm darauf geben.

1 Dose Birnen gut abtropfen lassen, darauf verteilen und abkühlen lassen.

1/2 l Schlagsahne mit Sahne steif und 2 EL Puderzucker steif schlagen.

Ein wenig geschlagene Sahne auf die Birnen geben, bevor der zweite Boden wieder aufgelegt wird. Die restliche Sahne auf und um die ganze Torte herum streichen. Kokosflocken rösten, gut abkühlen lassen und damit die Torte bestreuen. Nach Wunsch mit Birnenscheiben und Kirchen garnieren.

Radon – (k)eine Frage der Konzentration – 02

Radon – (k)eine Frage der Konzentration – 02

Warum beschäftigt man sich mit dem Thema  Radon?

Eintrittswege des Radon
Eintrittswege des Radon

Radon ist in Deutschland Risikofaktor Nr. 2 als Ursache für Lungenkrebs – nach dem Rauchen als Risikofaktor Nr. 1.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) teilt zum Thema Gesundheitsrisiko mit:

Die gesundheitliche Gefährdung geht weniger vom Radon selbst aus, sondern von seinen kurzlebigen radioaktiven Zerfallsprodukten. Aufgrund seiner Edelgaseigenschaften und der Halbwertszeit von fast 4 Tagen wird Radon zum größten Teil wieder ausgeatmet. Die Atemluft enthält aber auch immer die Zerfallsprodukte des Radons (radioaktive Isotope der Elemente Polonium, Wismut und Blei), die überwiegend an die in der Luft befindlichen Aerosole oder Staubteilchen angelagert sind. Diese werden im Atemtrakt abgelagert und zerfallen dort vollständig. Die dabei entstehende energiereiche Alphastrahlung trifft die strahlenempfindlichen Zellen des Bronchialepithels. Aufgrund der hohen biologischen Wirksamkeit dieser Alphastrahlung kann es zu einer Schädigung der Zellen führen und damit die Entstehung einer Lungenkrebserkrankung begünstigen.

Durch Synergieeffekte steigert sich die Schadwirkungen aus dem Rauchen und aus Radon auf sehr unangenehme Weise. Das BfS stellt das mit Worten dar:

In der Gruppe der Raucher erhöht sich das Risiko, bis zum 75. Lebensjahr an Lungenkrebs zu sterben von 101 auf 216 pro 1.000 Personen bei 800 Bq/m3 im Vergleich zu 0 Bq/m3, in der Gruppe der lebenslangen Nichtraucher hingegen nur von vier auf neun pro 1.000 Personen.

In anderen Worten:

Ein Raucher hat ein cirka 25fach höheres Lungenkrebsrisiko als ein lebenslanger Nichtraucher

Grafisch könnte das etwa so dargestellt werden:

Sterbefälle je 1000 Personen an Lungenkrebs - bis zum 75. Lebensjahr
Sterbefälle je 1000 Personen an Lungenkrebs – bis zum 75. Lebensjahr

Das sieht schon etwas eindrücklicher aus.

In Deutschland verteilt sich die Häufigkeit der Radonkonzentration in Gebäuden wie folgt:

Häufigkeitsverteilung der Radon-Konzentration in Gebäuden
Häufigkeitsverteilung der Radon-Konzentration in Gebäuden

Für die Mehrzahl der Deutschen Nichtraucher ist Radon nicht das ganz große Gesundheitsproblem, wohl aber für Raucher und für die, die einer höheren Radonbelastung in ihrer häuslichen Umgebung ausgesetzt sind.

Das BfS hat ein sehr informatives Video als Einführung zum Thema Radon erstellt. Wenn Sie auf das Bild unten klicken, öffnet sich automatisch das Video auf der Seite des BfS.

Radon Video BfS

Im nächsten Beitrag möchte ich darstellen, warum das Problem der Radonbelastung eher zu- als abnimmt.

Radon – (k)eine Frage der Konzentration – 01

Radon – (k)eine Frage der Konzentration – 01

Während meiner Grundwehrdienstzeit (weit zurückliegend im letzten Jahrtausend) lernten wir auch den Umgang mit der Radio-aktivität.

Wir lernten, dass es 3 Arten von radioaktiver Strahlung gibt.

  1. Alphastrahlung
  2. Betastrahlung
  3. Gammastrahlung
This diagram demonstrates the constitution of different kinds of ionizing radiation and their ability to penetrate matter. Alpha particles are stopped by a sheet of paper whilst beta particles halt to an Tin foil . Gamma radiation is dampened when it penetrates matter. Gamma rays can be stopped from 4 meters of lead. Tungsten and tungsten alloys can stop Gamma radiation with much less mass than lead
This diagram demonstrates the constitution of different kinds of ionizing radiation and their ability to penetrate matter. Alpha particles are stopped by a sheet of paper whilst beta particles halt to an Tin foil . Gamma radiation is dampened when it penetrates matter. Gamma rays can be stopped from 4 meters of lead. Tungsten and tungsten alloys can stop Gamma radiation with much less mass than lead

Am harmlosesten von den 3 Strahlungsarten solle die Alphastrahlung sein. Die lasse sich nämlich einfach durch Zeitungspapier, mit dem man sich abdecken kann, abschirmen. Durch die Kleidung dringe sie eh nicht durch.

Auch Wikipedia weist darauf hin:

Aufgrund ihrer elektrischen Ladung und relativ großen Masse von 4 u haben Alphateilchen nur eine sehr geringe Eindringtiefe in Materie.

In Wasser oder organischem Material beträgt die Eindringtiefe eines 5-MeV-Alphateilchens 40 μm. Ein etwas kräftigeres Blatt Papier oder einige Zentimeter Luft reichen somit im Allgemeinen schon aus, um Alphateilchen vollständig abzuschirmen.

Soweit wäre das ja kein allzu großes Problem. Aber es gibt da 2 Fakten, die in der damaligen Dienstvorschrift für Soldaten nicht beschrieben waren:

  1. Alphastrahlung hat eine sehr hohe Schadwirkung auf den menschlichen Organismus. Bei gleichem Energieeintrag ist die Schädigungswirkung (Strahlungswichtungsfaktor) der Alpha-strahlung 20mal so hoch wie die der Gammastrahlung!
  2. Alphastrahlung ist Teilchenstrahlung – diese Teilchen werden eingeatmet und mit der Nahrung aufgenommen. Dadurch sind sie nun nicht mehr außerhalb des Körpers, wo sie relativ unschädlich sind, sondern mitten drin in lebenswichtigen Organen.

Wikipedia schreibt dazu:

Ein im Organismus durch Einatmen oder Aufnahme mit der Nahrung eingelagerter Alphastrahler ist dagegen sehr schädlich, da in diesem Fall nicht die toten Hautschichten, sondern lebende Zellen geschädigt werden.

Insbesondere die Anreicherung eines mit Alphastrahlung zerfallenden Nuklids in einem Organ führt zu einer hohen Belastung dieses Organs, da dabei eine hohe Strahlendosis ihre schädigende Wirkung auf kleinem Raum und auf wichtige Körperzellen ausübt (Strahlenkrankheit).

Radon ist ein Alphastrahler, der in der Natur als Zerfallsprodukt von Uran und Thorium vorkommt, in Baustoffen enthalten ist und auf natürlichem Weg über Risse, Fugen, aber auch durch Diffusion in unsere Wohnungen eindringt.

Radon, ein Alphastrahler
Radon, ein Alphastrahler

Doch darüber mehr im nächsten Beitrag.

Elegante Bewegung, klare Technik

Elegante Bewegung, klare Technik

Sommerlehrgang mit Gürtelprüfungen im Aikido-Familientraining e.V. 

 Artikel aus: Obermain-Tagblatt vom 23.07.2014

Hoch konzentriert: "Heute bekomme ich einen farbigen Gürtel", sagt Natalie Eck (rechts). Sie bestach, genauso wie ihre Partnerin Lara Fuß, durch ihren kindlichen Ernst, gemischt mit Freude und dem Wissen, dass sie ihr Programm souverän beherrscht.
Hoch konzentriert: „Heute bekomme ich einen farbigen Gürtel“, sagt Natalie Eck (rechts). Sie bestach, genauso wie ihre Partnerin Lara Fuß, durch ihren kindlichen Ernst, gemischt mit Freude und dem Wissen, dass sie ihr Programm souverän beherrscht.

Glücklicherweise geht es im Aikido nicht darum, Rangfolgen festzulegen oder Siegerpositionen zu erreichen. Bei dieser Prüfung wäre diese Aufgabe schier nicht lösbar gewesen. Wir freuen uns darüber, dass im Aikido jeder gewinnt: seinen eigenen Lernfortschritt, seine persönliche Entwicklung, seine individuelle Freude und Kompetenz – Erwachsene genauso wie Kinder.

Natalie Eck, unser jüngstes Mitglied und kleinste Prüfungsteilnehmerin betrat den Übungsraum mit der ihr eigenen fröhlichen Sicherheit: „Heute bekomme ich einen farbigen Gürtel!“ Sie bestach, genauso wie ihre Partnerin Lara Fuß, durch ihren kindlichen Ernst, gemischt mit viel Freude und dem Wissen, dass sie ihr Programm souverän beherrschen. Es war einfach schön, den beiden zuzusehen.

Genauso gekonnt, gelassen, souverän und exakt absolvierten Natalies Schwestern Nina und Nadine und auch Jule Stadelmann ihre Techniken. Bei allen dreien konnten die Zuschauer gut die Steigerung an Tempo und fließenden Bewegungen beobachten, die ausdauerndes Training mit sich bringt. Auch ihnen war die Freude anzusehen, mit denen sie ihre Aufgaben ausführten. Ninas Angreifer (Uke) war ihr Vater, was ihr aber keinerlei Schwierigkeiten bereitete. Sie überzeugte mit exaktem Timing, sauberen Techniken und: ihrem Lächeln.

Bei Christian und Denis Frank konnte ebenfalls eine deutliche Steigerung seit ihrer letzten Prüfung wahrgenommen werden. Sie führten ihre Aufgaben wesentlich schwungvoller und dynamischer aus, was aber ihre Genauigkeit und Sorgfalt nicht einschränkte.

Dass Aikido auch „sehr männlich“ ausgeführt werden kann, zeigten Stefan Luthardt und Christian Eck. Sie trieben sich gegenseitig den Schweiß aus allen Poren und sorgten mit Tempo und sichtbarem Krafteinsatz für einen gewissen Showeffekt. Aber auch ihnen beiden war neben der Anstrengung die Freude anzusehen.

Für Andreas Frank stellten sich Alexander Neuhöfer (2. DAN) und Bernd Flieger (1. DAN) als Angreifer zur Verfügung. Andreas begeisterte durch elegante, fließende Bewegungen und klare Technikführung. Er arbeitete bei ähnlichem Tempo mit weit weniger Krafteinsatz, so dass er seine Prüfungsaufgaben nahezu mühelos absolvierte. Die Zuschauer staunten.

In diesem Jahr lag die Besonderheit darin, dass bei jedem Paar ein deutlicher persönlicher Gewinn offensichtlich wurde, genauso wie ein persönlich geprägter Bewegungsstil. Im Anschluss an die Prüfungen wurden die Erfolge bei Kaffee und überaus schmackhaftem Kuchen und herzhaften Leckereien gefeiert.

Das Sommerfest war wieder einmal ein voller Erfolg, so dass alle Teilnehmer in die Sommerpause gehen können. Diese wird in diesem Jahr auch nicht so lang sein, weil im August einmal pro Woche Training stattfinden kann.

Glückliche Gesichter: Von links (vordereReihe): Nadine Eck, Jule Stadelmann, Natalie Eck, Lara Fuß, Denis Frank; (hintere Reihe): Christian Eck, Nina Eck, Andreas Frank mit Kevin, Christian Frank, Stefan Luthardt.
Glückliche Gesichter: Von links (vordereReihe): Nadine Eck, Jule Stadelmann, Natalie Eck, Lara Fuß, Denis Frank; (hintere Reihe): Christian Eck, Nina Eck, Andreas Frank mit Kevin, Christian Frank, Stefan Luthardt.

Für Informationen zum Aikido-Familientraining stehen Bernhard Herschberger und Ulrike Schneider, Tel (09575) 1071, zur Verfügung.

 

Sotaiho – Körperbalance – Gymnastik

Sotaiho – Körperbalance – Gymnastik

Sotaiho – Seminar am  20./21.09.2014 in Lichtenfels

Was bedeutet ein Gleichgewichtszustand für den Körper?

Sotaiho Ulla und Kenji

taido-hannover

Wenn eine Sache aus dem Gleichgewicht geraten ist, so tritt eine Spannung auf. Auf den Körper übertragen bedeutet das: Es treten Muskelverspannungen, Schmerzen und Krankheiten auf. Das ist in der Regel immer verbunden mit „Fehlstellungen“ von Knochen im Körperskelett. Diese Fehlstellungen sind aber oft so gering, dass sie durch Röntgen nicht festgestellt werden können. Sie sind aber durch die Verspannungen und Schmerzen fühlbar und damit dann natürlich auch behandelbar. Wenn man also die Fehlstellungen der Knochen beseitigt, bzw. verringert, so bessern sich dadurch die Schmerzen und auch die damit eventuell verbundene Krankheit.

Sotaiho will durch eine spezielle, gezielte Bewegungsmethode Fehlstellungen der Knochen beseitigen, um dadurch einen Gleichgewichtszustand, einen „spannungsfreien“ Körper, zu erreichen.

Kenji Hayashi, Schule für Atmung und Bewegung, Hannover

Das Buch, das Sie beim Seminar ermäßigt erwerben können, will helfen, mittels der Abbildungen und Begleittexte körperliche Unausgewogenheiten zu lokalisieren und sie selbst zu korrigieren, indem sie entsprechend den natürlichen Gesetzmäßigkeiten Beschwerden oder Schmerzen beheben. So soll Sotai zur Gesundheit und zum Wohlbefinden der Übenden beitragen.

 Trotzdem sind die Sotai-Übungen kein Allheilmittel und nicht alle Krankheitssymptome und Beschwerden lassen sich damit beseitigen, doch sie helfen, den natürlichen Heilungsprozess zu beschleunigen. Naturgemäß zeigen die Übungen einen noch größeren Erfolg, wenn ein Partner bei der Ausführung der Bewegungen assistieren kann.

Für „Neue“ kann es hilfreich sein, sich mit einer bekannten Person anzumelden, da zum Sotai Partnerübungen gehören, bei denen Körperkontakt notwendig ist.

Interessante Infos über Sotaiho gibt es auch im Blog von:

Heilpraxis Heiko Schulz

Mehr Bewegungs- als Kampfkunst

Mehr Bewegungs- als Kampfkunst

Der Verein Aikido-Familientraining e.V. Lichtenfels verfolgt einen eigenen Ansatz von Selbstverteidigungssport

 Artikel aus: Obermain-Tagblatt vom 23.11.2013

Aikido Ulli und Bernhard
Ulrike Schneider und Bernhard Herschberger haben die Faszination in ein Familienkonzept eingebettet.

ROTH. Der Mann im weißen Hemd und schwarzen Hosenrock versucht Lea mit beiden Händen zu packen. Die 15-Jährige weicht mit einer schnellen Körperbewegung aus, setzt einen Kipphebel („Kote-gaeshi“) an und befördert ihr Gegenüber per Wurftechnik auf die Matte. Eine Szene, wie sie sich vermutlich täglich hundertfach in Kampfsportschulen abspielt, die aber gerade für den Lichtenfelser Aikido-Verein gar nicht so typisch ist, wie man meinen sollte.

Aikido Lea und Bernhard

„Bei uns geht es nicht um Kampf, sondern um die Steigerung von körperlicher und seelischer Gesundheit“, sagt Bernhard Herschberger, der schwarz-weiß gekleidete Angreifer. Schließlich stecke dieser Gedanke schon im Namen der vor gut 100 Jahren in Japan entwickelten Kampfkunst: der Weg (do) des Einklangs und der Harmonie (ai) mit der Lebensenergie (ki).

Herschberger und seine Lebenspartnerin Ulrike Schneider sind die Lehrer, Gründer und Vorstände des im Jahr 2000 ins Leben gerufenen Vereins „Aikido-Familientraining e. V. Lichtenfels“. Dass die Mitgliederzahl auf inzwischen ca. 60 angewachsen ist und ihre Arbeit im vergangenen Jahr mit dem Bankenpreis „Sterne des Sports“ in der Kategorie Familie auszeichnet wurde, verdanken sie einem cleveren Konzept. Ihnen gelingt es,  Selbstverteidigungssport und ganzheitlichen Ansatz mit der Besonderheit eines gemeinsamen Trainings für alle Altersgruppe unter einen Hut zu bringen.

Clever deshalb, weil der Kampf-Aspekt vor allem für die jüngsten unter den Teilnehmern auf den ersten Blick die Attraktion zu sein scheint, die sie zu mit dem Sport in Berührung bringt. „Am schönsten finde ich es, wenn ich meinen Papa umwerfen kann“, berichtet Nathalie, mit ihren fünf Jahren das „Küken“ des Vereins, mit stolzer Miene. „Das schaffe ich ganz allein“, antwortet sie auf die Frage, ob ihr Vater dabei nicht ein bisschen mithilft. Wobei das Schmunzeln ihrer älteren Schwestern Nadine (8) und Nina (11), die ebenfalls begeisterte Aikido-Sportler sind, die Wahrheit verrät.

Aikido Nathalie und Papa
Den Papa umwerfen – Nathalie ist mit ihren fünf Jahren das jüngste aktive Mitglied des Vereins, das älteste ist 60.

Für die Geschwister mit dem identischen Anfangsbuchstaben gilt das Gleiche wie für alle Kinder der Gruppe. Ihnen ist vermutlich nicht bewusst, dass der Kampfsport beim Lichtenfelser Aikido eher als Etikett zu betrachten ist. Dass die Übungen auf die Verbesserung von Fitness und Motorik abzielen, dass sie physische wie psychische Balance stärken und so die Ausgeglichenheit im Alltag fördern sollen.

Dabei wird die Idee von Herschberger und Schneider schon anhand des Ablaufs der Einheiten deutlich. Die Hälfte der angesetzten eineinhalb Stunden ist bereits verstrichen, bevor in der Halle der Firma Lepegro im Stadtteil Roth – seit 2010 Trainingsort – mit Blocks, Würfen und Hebeln begonnen wird. Davor stehen Atem- und Konzentrationsübungen, Gymnastik sowie spielerische Elemente wie Ballwerfen und -rollen, Schubkarren- und Skorpionlauf auf dem Programm.

Aikido Ballspiele
Nicht nur Würfe und Hebel – zum ganzheitlichen Charakter gehören auch gemeinsame Koordinationsübungen.

Ein gutes Beispiel dafür, wie der Verein Erwartungshaltungen positiv enttäuscht, ist der elfjährige Christian, der regelmäßig mit seinem Vater und Bruder Denis (8) trainiert. Erhofft hatte er sich eigentlich ein paar Tricks, um sich auf dem Schulhof behaupten zu können. „Das Training ist aber ganz anders als ich gedacht habe, gar nicht wie so eine Art Karate“, findet er.

Dabei bleiben will er aber auf jeden Fall, genauso wie die drei befragten Mädels („Weil es Riesenspaß macht und abwechslungsreich ist“) und die eingangs erwähnte Lea.  Nach sieben Jahren Aikido hat sie einen differenzierteren Blick, schätzt neben der Bewegung das gewonnene Selbstvertrauen: „Gerade als Frau ist es hilfreich, sich im Notfall verteidigen zu können.“

Während das Training bei manchen Kindern und Jugendlichen außerdem bereits zur Verbesserung der schulischen Leistungen führte, wie Bernhard Herschberger verrät, ist es für die Erwachsenen auf andere Weise interessant. Zum einen sprechen die tänzerischen, fließenden Elemente (Herschberger: „Was wir machen, ist mehr Bewegungs- als Kampfkunst“) nicht nur Sportskanonen an. Im Gegenteil, Menschen mit Rückenproblemen und Bewegungsstörungen sind im „Taidokan“ (Schule für klassische japanische Kampfkunst) in Roth am Dienstag- und Freitagabend besonders willkommen. Sie profitieren nicht nur vom leichten Zugang, sondern auch von der zwanglosen Atmosphäre, die zwar die Möglichkeit des Erwerb von Gürteln bietet, aber nicht auf Wettkämpfe ausgerichtet ist.

Der große Trumpf des Familientrainings ist aber, dass alle Alters- zugleich Zielgruppen sind, Fünfjährige gemeinsam mit 60-Jährigen auf der Matte stehen können. „Wo gibt es sonst noch die Möglichkeit, dass Eltern gemeinsam mit ihren Kindern Sport treiben können?“, fragt Ulrike Schneider. Dass sie als Religionspädagogin und ihr Lebenspartner als Berufsschullehrer ihre „Brötchen verdienen“, erklärt ihre pädagogische Herangehensweise

Beide betonten, dass sie nicht die Aikido-Pioniere des Landkreises sind. Kennen gelernt haben sie sich Anfang der 1990-er Jahre beim Training in der Schule von Herbert Wagner in Pferdsfeld. Als Wagner den Nachwuchsbereich aufgeben musste, ersetzten sie das Kindertraining durch ein vollkommen neues und einzigartiges Konzept: das Familientraining. Später gründeten sie einen eigenen Verein.

Körperbeherrschung und Konzentration, Miteinander und Meditation in der Bewegung, also besagte „körperliche und seelische Gesundheit“: Bernhard Herschberger ist glücklich, all das weiterzugeben zu können, was ihn bei seiner ersten Begegnung mit dem Sport während seines Studiums in München vor über 30 Jahren auf Anhieb faszinierte. Die Begeisterung ist in dieser Zeit nicht verblasst und erreicht heute immer noch Menschen verschiedener Generationen und Berufe.

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